Informatives

Zur Zeit müssen Sie auch als Selbstzahler eine von einem Arzt ausgestellte Verordnung haben, damit ich Sie behandeln darf. Zudem unterliege ich der Pflicht, bei meinen Behandlungen eine FFP2 Maske tragen zu müssen. Das halte ich aus verschiedenen Gründen für nicht gut - daher nehme ich zur Zeit keine neuen Termine an. Die folgenden Erläuterungen gelten im "Normalfall".

An dieser Stelle möchte ich über übliche Abläufe und geltende Regeln in unserem Gesundheitssystem informieren. Ich halte manche für sinnvoll. Dadurch, dass ich mich jedoch von einigen dieser Regeln frei mache, denen Kassenpatienten und deren Therapeuten unterworfen sind, schaffe ich mir und Ihnen gute Voraussetzungen für die Behandlung. Dies kann sich durchaus als erfolgreich erweisen, Zeit und Geld sparen und somit eine Alternative neben dem bestehenden System sein. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie, wenn Sie sich das hier Aufgelistete aufmerksam durchlesen. Am Ende entscheiden Sie, ob mein Konzept für Sie in Frage kommt.

Wie komme ich in den Genuss einer physiotherapeutischen Behandlung?

Eine physiotherapeutische Behandlung ist verordnungsabhängig.

Das bedeutet für Sie, dass Sie zuerst zu Ihrem Hausarzt gehen. Dieser erhebt einen Befund und/oder leitet weitere diagnostische Maßnahmen ein. Dazu schickt er Sie unter Umständen zu einem speziell ausgebildeten Facharzt. Steht der Befund, stellt er oder der Facharzt Ihnen eine Verordnung aus.

Für den Therapeuten bedeutet dies, dass er Ihnen erst einen Termin anbieten darf, wenn Sie die vom Arzt ausgestellte Verordnung dabei haben. Das ist wichtig und gut. Das schützt Sie und Ihren Therapeuten. Stellen Sie sich vor, Ihr Therapeut weiß nichts über eine eventuell vorhandene Osteoporose, (eine Krankheit, bei der die Knochen an Festigkeit verlieren,) und versucht, eine vorhandene Blockierung der Wirbelsäule zu lösen. Er könnte mehr Schaden verursachen als Nutzen bringen.

Durch meinen nicht-manipulativen Therapieansatz, muss ich mich dieser Regel nicht unterwerfen. Und ich kann Ihnen versichern, dass ich nicht davor zurückscheue, eine ärztliche Untersuchung als Voraussetzung für eine Behandlung einzufordern, wenn ich eine Notwendigkeit dafür sehe.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, nach welchen Kriterien Ihr Arzt, welche Behandlung rezeptiert?

Wenn Sie Kassenpatient sind, ist Ihr Arzt bei der Wahl des Heilmittels an die Vorgaben des Heilmittel-Katalogs gebunden.

Das bedeutet für Sie, dass Ihnen ein Behandlungspaket angeboten wird, dessen Effektivität allgemein anerkannt ist.

Ihr Arzt braucht keinen Regress zu befürchten, wenn er sich an die Richtlinien hält.

Ein Beispiel: Seit drei Wochen schmerzt Ihre rechte Schulter in nicht unerheblichem Maß ohne eine für Sie ersichtliche Ursache und Sie können den Arm nicht mehr so gut drehen wie Ihren linken. Sie suchen Ihren Arzt auf. Laut Heilmittelkatalog ist das beschriebene Problem in die Diagnosegruppe EX1 „Extremitäten und Becken“ mit prognostisch kurzzeitigem Behandlungsbedarf einzuordnen. Jetzt muss noch eine Einteilung der Leitsymptomatik erfolgen – in dem beschriebenen Fall wäre dies „a.“ für Gelenkfunktionsstörungen, Bewegungsstörungen mit dem Ziel: Wiederherstellung, Besserung der gestörten Beweglichkeit. Damit wäre die Heilmittelverordnung im Regelfall mit 6 Behandlungseinheiten Krankengymnastik oder auch Manuelle Therapie, (als vorrangiges Heilmittel, bei einer Frequenzempfehlung von mindestens 2/wöchentlich vorgegeben. Der Schlüssel, den Sie auf dem Rezept finden werden heißt: Ex1a). Weitere Regeln gibt es für den Fall, dass Ihr Arzt noch ergänzende Heilmittel verordnen will oder er eine andere Option für sinnvoller erachtet. Wenn die Schmerzen nach den sechs Behandlungen noch nicht verschwunden sein sollten, gibt es auch wieder Regeln und Möglichkeiten, die ihm offen stehen.

Was sind die Heilmittel-Richtlinien und der Heilmittelkatalog?

Die „Heilmittel-Richtlinie“ enthält Regeln und Vorgaben für Versicherte, Versicherungen und Leistungserbringer. So soll eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung für Sie als Patient gewährleistet werden. Der „Heilmittel-Katalog“ macht Vorgaben, welcher Diagnosegruppe ein Krankheitsbild zugeordnet und gibt somit die verordnungsfähigen Heilmittel vor. Gemeinsam bilden Sie das Regelwerk, in dem bestimmt wird, wieviel und welche Heilmittel-Therapie der bei einer gesetzlichen Krankenkasse Versicherte erhalten kann. Verfasser der genannten Schriften ist der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), ein Gremium aus Vertretern der Gesetzlichen Krankenkassen, Ärzten, der Deutschen Krankenhausgesellschaft und Unparteiischen.

Welche Fristen müssen beachtet werden?

Als Patient müssen Sie die vom Arzt verordnete Behandlung innerhalb von 14 Tagen beginnen.

Zwischen zwei Behandlungsterminen dürfen nicht mehr als 14 Tage liegen.

Manchmal hat man einfach viel um die Ohren. Aber wenn Sie in einer Schublade das vor einem halben Jahr vom Arzt ausgestellte Rezept entdecken, ist der Befund des Arztes nicht mehr aktuell. Die Massage könnte inzwischen unnötig geworden sein oder eine andere Maßnahme würde bei Ihrem aktuellen Zustand eher greifen. Manchmal können die Fristen auch aus organisatorischen Gründen nicht eingehalten werden. Dann kann der Arzt Ihnen das Rezept umdatieren oder eine nicht vermeidbare Zwischenpause „absegnen“.

Was hat es mit der Arztmitteilung auf sich?

Um besser beurteilen zu können, ob die Ausstellung einer Folgeverordnung sinnvoll, angebracht und zulässig ist, fordert Ihr Arzt eventuell einen Bericht über den Therapiestand von Ihrem Physiotherapeuten an. Dafür macht er ein Kreuzchen an der entsprechenden Stelle auf dem Verordnungsvordruck. Die Kasse zahlt für das Ausfertigen dieser Mitteilung 70 Cent.

Das bedeutet für Sie als Patient eventuell auf eine Folgeverordnung warten zu müssen bis der Bericht vom Therapeuten ausgefertigt und von Ihrem Arzt gelesen wurde. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass es auch Praxen gibt, die generell eine Arztmitteilung anfordern und diese dann gar nicht beachten. Das kann man daran sehen, dass die Patienten zuweilen mit einem Folgerezept in die Physiopraxis kommen noch bevor ein Bericht geschrieben wurde.

Um Kontakt mit den Arztpraxen aufzunehmen, ob z.B. die Arztmitteilung wirklich erforderlich ist, ist dem angestellten Physiotherapeuten nur schwer möglich. Aus wirtschaftlichen Gründen sind in vielen Physiotherapiepraxen die Termine engmaschig im 20 Minuten Rhythmus getaktet.

Wenn der Arzt eine Mitteilung wünscht, hat der Therapeut zwei Möglichkeiten: Er kann Ihre letzte Behandlung kürzen, um den Bericht zu schreiben – dann dauert Ihr Termin unter Umständen nur 10 bis 15 Minuten, oder er fertigt ihn in seiner Freizeit an.

Die von mir bevorzugte Variante der Arztmitteilung ist, dass ich dem Patienten in der vorletzten Behandlung einer Folge die „Hausaufgabe“ gebe, selber zwei, drei Sätze zu verfassen. Dabei soll er beschreiben, wie es ihm geht und ob und welche Fortschritte zu verzeichnen sind. Wenn sich dieses Bild der Eigenwahrnehmung nicht mit meinem Eindruck deckt, spreche ich mit dem Patienten darüber und ergänze den Bericht. Da es in der Praxis jedoch leider häufiger so ist, dass bei sechs Behandlungsterminen je Rezept bis zu drei Behandlern mit dem Patienten arbeiten, klappt dieses Procedere leider nur selten. Generell ist für Sie zu überlegen, dass Sie daher nicht zu kompromissbereit sein sollten bei dem Wunsch ausschließlich von dem Therapeuten ihrer Wahl behandelt zu werden.

Warum ich keine Kassenzulassung habe:

Für die Abrechnung von Rezepten von Patienten, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, bedarf es einer Kassenzulassung. Mit einigen Bedingungen, die für den Erhalt einer solchen gestellt werden, bin ich nicht einverstanden:

Beispielsweise bräuchte ich für eine Zulassung zusätzlich zu einem Behandlungsraum von 20m² zwei weitere Behandlungskabinen - auch wenn ich als alleinige Therapeutin in meiner Praxis tätig bin. Für meine Herangehensweise ist diese Ausstattung überschüssig, denn ich möchte weder parallel arbeiten, noch von einer in die nächste Kabine eilen. Auch die von den Kassen zeitlichen Vorgaben sind für mich keine Option: eine krankengymnastische Behandlung ist mit 15 – 25 Minuten veranschlagt. Für eine 25 minütige Behandlung bekomme ich also das gleiche Geld wie für eine Behandlung von 15 Minuten - wie kann das sein?

Mit der Beantragung einer Kassenzulassung würde ich mich zudem verpflichten, mich auf eigene Kosten fortbilden zu lassen; regelmässig im einem vorgegebenen Umfang. Ich bin jedoch nicht auf der Suche nach neuen Methoden oder besseren Techniken. Bei der "Manipulationsfreien Physiotherapie" geht es um bewertungsfreies Zuhören auf verbaler und nonverbaler Ebene - jeder gut gelungene Kontakt zum Patienten ist also eine Art Fortbildung. Hin und wieder leiste ich mir selber einen Profi - der distanzierte Blick von außen kann vieles bewirken und ist manchmal überraschend.

Zudem gefällt mir nicht, wie mit dem Thema "Lymphdrainage" umgegangen wird. In der regulären Physiotherapie-Berufsausbildung ist die Qualifikation für die Durchführung einer Lymphdrainage nicht enthalten. Das bedeutet, dass Therapeuten*innen zusätzlich Zeit und Geld für diese investieren müssen. Für eine durchgeführte Lymphdraindage wird jedoch weniger gezahlt als z.B. für eine Behandlung "Krankengymnastik".

Politisch wird vieles diskutiert, kleine Veränderungen werden umgesetzt. So ist in einigen (wenigen) Bundesländern die Ausbildung für Physiotherapeut*innen inzwischen endlich kostenfrei.

Über das Thema Bürokratismus möchte ich nicht sprechen.

Sie sehen, die Zulassung hat nichts mit einer besonderen Qualifikation zu tun.

Kostenerstattungsmöglichkeit für Kassenpatienten:

Sind Sie gesetzlich versichert, haben ein Rezept über physiotherapeutische Behandlungen von Ihrem Arzt bekommen und möchten sich in meine Hände begeben, dann können Sie bei Ihrer Kasse einen Antrag auf Kostenerstattung stellen - es liegt dann in deren Ermessen, wie entschieden wird (§13 Absatz 2 Sozialgestzbuch V). Laut Gesetzgeber können "medizinische oder soziale Gründe" eine Kostenerstattung rechtfertigen - ein dehnbarer Begriff, sowohl für Sie als Antragssteller als auch für die, die über Ihren Antrag entscheiden.

Beachten Sie bitte hierbei, dass Sie einen solchen Antrag vor Behandlungsbeginn stellen müssen - für den Fall, dass Sie diesen Weg versuchen wollen, können das von mir verfasste Antragsformular HIER herunterladen.

Der Anspruch auf Kostenerstattung ist höchstens auf die Vergütung beschränkt, die die Krankenkasse bei Erbringung der Sachleistung zu tragen hätte. Darüber hinaus können Verwaltungskosten bis zu 5% von der Erstattungsgebühr durch Ihre Krankenkasse abgezogen werden.

Ein etwaiger Differenzbetrag zu den Kosten für meine Behandlungen muss von Ihnen selbst getragen werden. Darüber können wir gerne sprechen.

Manchmal erstatten gesetzliche Krankenkassen auch die in Eigeninitiative von mir erkauften Leistungen.

Wenn Ihr Arzt Ihnen ein Rezept für eine therapeutische Maßnahme ausstellt, die Ihnen nicht von Ihrer Kasse angeboten werden kann, (will heißen, die zugelassenen Kollegen in einem für Sie erreichbaren Umkreis haben keine Termine innerhalb der vorgegebenen 14 tägigen Fristen für Sie frei,) ist Ihre Krankenkasse sogar verpflichtet, die von Ihnen erkauften Behandlungen zu erstatten. Dieses Recht ist in § 13 Absatz 3 im Sozialgestzbuch V aufgeführt. Gehen Sie auch in einem solchen Fall frühzeitig in Kontakt mit Ihrer Kasse.

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